Anfangs des 20. Jahrhunderts war gebräunte Haut ein Zeichen schlechten Wohlstands. Typischerweise waren dies Landarbeiter, Seeleute und Strassenarbeiter. Mit der industriellen Entwicklung gab es einen Wandel in der Gesellschaft und immer mehr Menschen reisten an die südlichen Strände, um sich dort ausgiebig zu bräunen. Die Sonne ist für uns lebenswichtig. Sie spendet uns Licht, Wärme und Wohlbefinden. Die UV-Strahlen bergen aber auch Gefahren, indem sie unsere Haut schädigen. Es spielt keine Rolle ob jemand dunkel- oder hellhäutig ist, alle Menschen sollten sich schützen. Der Sonnenschutz sollte immer der UV-Strahlung, der Aktivität und der Expositionsdauer angepasst werden. Der Sonnenschutz ist notwendig, um unsere Haut vor den schädlichen Strahlen zu bewahren. Eine Rötung der Haut deutet auf eine Schädigung hin.

UV-Strahlung

Die ultravioletten Strahlen habe kürzere Wellenlängen als sichtbares Licht. Sie sind besonders schädlich für Haut und Augen. Die UV-Strahlen werden in UVA, UVB und UVC unterteilt. UVA und UVB dringen durch die Atmosphäre und treffen auf die Erdoberfläche. Die UVA Strahlen dringen in die tiefen Hautschichten und die UVB Strahlen in die Oberhaut ein. Die UV-Strahlen sind in südlichen Ländern und in den Bergen stärker als im Schweizer Mittelland. Auch bei bedecktem Himmel gelangen bis zu 80% der UV-Strahlen durch die Wolkendecke. Helle Flächen wie Schnee, Eis, Sand, Beton oder Wasser reflektieren die UV-Strahlen und verstärken deren Wirkung. Auch ist die UV-Strahlung während den verschiedenen Jahreszeiten nicht immer gleich stark. Während den Wintermonaten (November-Februar) sind die UV-Strahlen schwach und es braucht normalerweise keinen Sonnenschutz, ausser man hält sich in den Bergen auf.

Im März und April sind die Temperaturen noch angenehm und mild, aber die Haut sollte unbedingt geschützt sein. Von Mai bis August ist die Belastung mit UV-Strahlen besonders intensiv und die Haut benötigt Schutz durch Sonnencreme, Kleidung und den Aufenthalt im Schatten. Ebenfalls sollte auf die Mittagssonne (11 bis 15 Uhr) verzichtet werden. Während September und Oktober ist die Sonnenstrahlung immer noch kräftig. In diesen Monaten (sonnige Tage) sollte die Mittagszeit möglichst im Schatten verbracht werden.

Sonnenschutzmittel

Die Sonnenschutzmittel beinhalten UV-Filter, welche die Haut bei korrekter Anwendung vor UV-Strahlen schützen. Auch Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor bieten nur beschränkt einen Schutz und sind kein Freipass für einen unbeschränkten Aufenthalt an der Sonne.

Was gilt es zu beachten:

  • Verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit Schutz vor UVA und UVB-Strahlen
  • Tragen Sie die Produkte bereits 30min vor dem Sonnenbaden auf
  • Schützen Sie auch die sogenannten “Sonnenterrassen“ wie Lippen, Nasen, Ohren, Kopfhaut, Nacken und Schultern
  • Tragen Sie die Sonnencreme nach einem Wasserkontakt über 30 Minuten sowie starkem Schwitzen wiederholt auf, um den Schutz aufrecht zu erhalten
  • Ein wiederholtes Auftragen der Sonnencreme, schützt nicht länger vor der Sonne; der bestehende Schutz wird damit nur aufrechterhalten.
  • Der individuelle Schutz kann wie folgt ausgerechnet werden. Die Eigenschutzzeit vor der Sonne beträgt im Durschnitt ca. 10min. Trägt mein einen Sonnenschutz mit einen Lichtschutzfaktor 25 auf, dann multipliziert man diese 10min. Eigenschutz mit dem LSF 25. Dies ergibt dann 250 Minuten. Das bedeutet, Sie sind gut 4 Stunden vor der Sonneneinstrahlung geschützt. Sind diese Stunden vorbei, darf keine weitere UV-Strahlung mehr dazukommen, auch kein Aufenthalt im Schatten, unter Bäumen usw.
    Das heisst., zurück in die Wohnung, ins Haus!

 

Rund um den Sonnenschutz

Die chemischen UV-Filter sind Substanzen, welche die UV-Strahlen absorbieren und in Wärme umwandeln. Mineralische hingegen sind UV-Filter mit kleinen Teilchen, welche die UV-Strahlung sowohl absorbieren als auch reflektieren.

 Die Sonnencreme wird in verschiedene Stufen eingeteilt.

Niedrig            = LSF 6, 10

Mittel               = LSF 15, 20, 25

Hoch               = LSF 30, 50

Sehr hoch        = LSF 50+

Die Krebsliga empfiehlt Sonnenschutzmittel der Kategorie “mittel“ oder höher. Sonnenschutzmittel der Kategorie LSF 50+ eignen sich für Menschen mit besonders empfindlicher Haut oder beim Aufenthalt in den Bergen oder im Wasser.

Sonnenschutz für Kinder

Die Kinderhaut ist wesentlich empfindlicher als diejenige von Erwachsenen. Die natürliche Eigenschutzzeit ist noch nicht vollständig entwickelt und Kinder benötigen deshalb immer einen besonderen Sonnenschutz.

  • Babys im 1. Lebensjahr nie direkt der Sonne aussetzten
  • Kindern sollten primär im Schatten bleiben
  • Während der Mittagssonne (11 – 15 Uhr) im Haus bleiben
  • Hut mit Nackenschutz, T-Shirt und Sonnenbrille tragen
  • Den Körper mit ausreichend Sonnenschutzmittel eincremen.Verwenden Sie mindestens einen Lichtschutzfaktor 30
  • Nach dem Baden den Sonnenschutz wiederholt auftragen, beachten sie dabei auch die Sonnenterrassen!

 

Quelle : https://www.krebsliga.ch/krebs-vorbeugen/gesunder-lebensstil/vor-der-sonne-schuetzen/